Bebauungsplan Gasometer-Gelände verabschiedet
02.08.2009: Stellungnahme der SPD-Fraktion auf die Bürgereinwendungen zum EUREF- Projekt
Kaum ein Bebauungsplan der vergangenen Jahre hat soviel Pro- und Contra-Diskussionen ausgelöst wie der zur Zukunft des Gasometer-Geländes.
Am 15.Juli 2009 hat die BVV dem Plan nach diversen Änderungen mit 40 gegen 10 Stimmen verabschiedet. Die SPD-Fraktion hat dem Plan einstimmig zugestimmt.
In beiden Bürgerbeteiligungsphasen haben sich jeweils mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger mit Anregungen und Bedenken zum B-Plan beteiligt. Darüber hinaus erreichten die SPD-Fraktion in der BVV eine ganze Reihe von Zuschriften, die sich auch mit dem Bebauungsplan befassten.
Die SPD-Fraktion hat daher für alle, die sich an sie gewandt hatten, einen gemeinsamen Antwortbrief verfasst, den wir hier wiedergeben:
| Die SPD- Fraktion bedankt sich für Ihre Anregungen und Hinweise zum EUREF- Bauvorhaben auf dem Gasometergelände Schöneberg. Als SPD- Fraktion begrüßen wir das Vorhaben. Wir haben jedoch frühzeitig eigene Änderungsvorschläge zur baulichen Gestaltung eingebracht, um die Umfeldverträglichkeit des Projekts sicherzustellen. Für uns galt es zwischen den Interessen und Bedürfnissen der Schönebergerinnen und Schöneberger im direkten Wohnumfeld auf der einen Seite und dem Nutzen für den Bezirk und das Land Berlin auf der anderen Seite abzuwägen. Nach den nun vorliegenden Änderungen, die wesentliche Einwände der Anwohnerinnern und Anwohner aufgreifen, halten wir das Projekt für zustimmungsfähig. Daher haben wir dem Bebauungsplan in der Bezirksverordnetenversammlung am 15. Juli 2009 zugestimmt. Die Wiederbelebung eines untergenutzten, innerstädtischen, ehemaligen Arbeitsgebietes - Energieversorgungsfläche - begrüßen wir. Gerade auch, weil Arbeitsplätze geschaffen und die wirtschaftliche Basis unseres Bezirks gestärkt wird. Gleichzeit ist es gelungen, die innenstadttypische Wohnsituation auf der Schöneberger Insel durch eine Reihe von konkreten Maßnahmen zu sichern und die Verkehrsbelastung für die Anwohner zu minieren. Dazu zählen die Reduzierung der Bauhöhen, der Bau der Erschließungsstraße ausschließlich für das EUREF- Gelände und die Teilschließung der Torgauer Straße. Der vorliegende Bebauungsplan wägt gerecht zwischen den Interessen der Allgemeinheit, der Menschen im Kiez und den legitimen Entwicklungsinteressen des Projektentwicklers ab. Wir sind überzeugt, dass das Vorhaben eine große Chance für Schöneberg ist. So wird eine große innerstädtische Fläche, mit Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro neu entwickelt. Es werden viele hochwertige und innovative Arbeitsplätze geschaffen. Hinzukommt, dass die hochbelasteten Bodenflächen ausgetauscht und Gefährdungen des Grundwassers durch die Sanierung behoben werden. Dies ist ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz, der allen Bürgerinnen und Bürgern im Bezirk zu Gute kommt. Die SPD- Fraktion hat neben einer grundsätzlichen Zustimmung zur Entwicklungsidee des Gasometers hin zu einem Europäischen Energieforum bereits früh die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner vertreten und einen intensiven Dialog gepflegt. Als Ergebnis der Bürgerbeteiligung, der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Debatten im Ausschuss und der BVV sind eine Reihe von Änderungen, gegenüber dem ursprünglichen Konzept, eingeflossen, die im wesentlichen eine sozialdemokratische Handschrift tragen. So haben wir erreicht, dass die Höhenentwicklung der geplanten Bauten auf dem Gasometergelände gegenüber der ursprünglichen Planung erheblich reduziert wurde. Über alle Beteiligungsstufen hinweg wurde die Höhe der Gebäude um mindestens 7 Meter und im Einzelfall um 20 Meter reduziert. Weiterhin haben wir uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch eine Wohnnutzung auf dem Gelände möglich ist und großflächiger Einzelhandel und Einkaufzentren im Plangebiet ausgeschlossen sind. Eine Fußgänger- und Fahrradverbindung zwischen der Insel und der Ebersstraße ist zwar nicht Gegenstand des Bebauungsplans, die notwendigen Flächen wurden jedoch gesichert und die Finanzierung einer Brücke im Rahmen des Programms "Stadtumbau West" eingeleitet. Mittelfristig werden die beiden Kieze besser verbunden sein und sich die Wege für viele Anwohner deutlich verkürzen. Das Bezirksamt hat nach der Bürgerbeteiligung und auf Druck der SPD die Höhenentwicklung der beiden Kopfbauten an der Wannseebahn im Norden und Süden noch einmal überprüft. Zur Vermeidung erheblicher Verschattung sind die Gebäude nochmals um 7 Meter reduziert worden. Uns haben in der letzten Zeit viele Briefe zum Planverfahren Gasometer erreicht. Sehr gerne nehmen wir zu den zentralen Einwänden Stellung und möchten im Folgenden unsere Position zu den verschiedenen Aspekten darstellen:
Die BVV- Fraktion der SPD hat sich in mehreren Sitzungen, auch mit dem Projektentwickler, und im Stadtplanungsausschuss eingehend mit dem Bauvorhaben auseinander gesetzt. Auch Gespräche mit der Bürgerinitiative Gasometer haben wir geführt. Unter Berücksichtigung aller von uns erreichten Auflagen und Bedingungen hat die SPD- Fraktion dem Bebauungsplan nunmehr mehrheitlich zugestimmt. Wir wissen, dass es Schönebergerinnen und Schöneberger gibt, die diese Entscheidung kritisieren und sich zum Beispiel eine Erhaltung des Status quo auf dem Gelände rund um das Gasometer gewünscht hätten. Wir bitten Sie jedoch zu berücksichtigen, dass wir neben den berechtigten Forderungen der direkten Anwohnerinnen und Anwohner auch die allgemeinen Interessen des Bezirks und des Landes zu beachten haben. Wir haben uns intensiv mit den Einwänden zu dem Bauvorhaben auseinander gesetzt, Bedingungen formuliert und gegenüber dem Projektentwickler und dem Bezirksamt durchgesetzt. Es ist uns auf diesem Weg gelungen, die Belastungen in innenstadtverträglichen Grenzen zu halten. Eine derartige Entscheidung kann immer nur ein Kompromiss sein, der leider naturgemäß für alle Beteiligten Vor- und Nachteile mit sich bringt. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Projektes oder anderer Vorhaben im Bezirk Tempelhof- Schöneberg haben, so können Sie sich gerne jederzeit wieder an uns wenden. Mit freundlichen GrüßenElke Ahlhoff Fraktionsvorsitzende |







