Trödelmarkt: Neuausschreibung geplatzt
22.11.2007: Ein Jahr Verlängerung für den jetzigen Betreiber.
Wieder mal ein Fall für das Verwaltungs-Poesiealbum.
Wir hatten an dieser Stelle berichtet, dass der Betrieb des Trödelmarktes auf dem John-F.-Kennedy-Platz neu ausgeschrieben werden soll. Ziel war es, durch einen neuen Betreiber die Qualität des Angebots zu heben. Dabei hätte selbstverständlich auch der jetzige Betreiber, Herr Thurmann, mit einem veränderten Konzept antreten können. Das muss er nun nicht mehr.
Warum?
Die Trödelmarktfläche besteht genau genommen aus zwei Flächen: Dem Platz und Teilen der Freiherr-vom-Stein-Straße. Grob gesagt ist für die Nutzung des Platzes der Bezirk zuständig und für die Nutzung der Straße und der befahrbaren Teile des Platzes die Straßenverkehrsbehörde beim Polizeipräsidenten in Berlin. Herr Thurmann braucht daher für den Betrieb des Marktes zwei Genehmigungen: Eine Straßenland-Sondernutzungs- Genehmigung und eine straßenverkehrsbehördliche Genehmigung. Und die hat er auch. Eine vom Bezirk bis Ende 2007 und eine von der Straßenverkehrsbehörde bis Ende 2008.
Hätte der Bezirk nun seine Genehmigung auslaufen lassen und einen neuen Betreiber gefunden, hätte dieser nicht tätig werden können. Die Straßenverkehrsbehörde hätte ihm keine Genehmigung erteilt, da sie ja schon Herrn Thurmann erteilt wurde.
Das Bezirksamt hat gezwungenermaßen das Interessenbekundungsverfahren aufgehoben und Herrn Thurmann seinerseits eine Genehmigung bis Ende 2008 erteilt.
Was heißt das jetzt für Anwohner und Händler?
Der Trödelmarkt geht 2008 weiter. Das Bezirksamt hat beschlossen, den Markt ab 2009 ganz zu schließen, wenn es Herrn Thurmann im Jahre 2008 nicht gelingt, seine Zusagen in Sachen Qualität des Angebots und Milderung der Trödelmarkt-Nebenerscheinungen für die Anwohner einzuhalten.
Das erzwungene Jahr Denkpause sollte dafür genutzt werden, im Sinne eines von der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg beschlossenen Antrags tätig zu werden. In diesem wird das Bezirksamt aufgefordert, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das sowohl die Interessen der Anwohner als auch der bisherigen Händler angemessen berücksichtigt. Darüber hinaus sollen mögliche Alternativstandorte sowie eine zeitliche und örtliche Einschränkung der Markttätigkeit vor dem Rathaus Schöneberg geprüft werden.







