Update 28.09.09: Cheruskerpark: Endlich entsteht eine großzügige nutzbare Grünfläche
28.09.2009: Kritik an Rodungen neben der Sache
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Blick vom Gasometer auf die Gasag-Nordspitze |
Zitat aus der Chronik der Bürgerinitiatve Westtangente: "Herbst 1973: Schöneberger Jungsozialisten beschäftigen sich als Anwohner mit einem Kinderspielplatz an der Cheruskerstraße, der für die geplante Autobahn "Westtangente" verlegt werden soll und beschließen, sich gegen diese Autobahnplanung zu wehren, auch wenn dies aussichtslos erscheint. Sie veranstalten 3 öffentliche Versammlungen und gründen zusammen mit weiteren Anwohnern die "Bürgerinitiative Westtangente"."
Dies war die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten Bürgerinitiativen Berlins. Die Autobahnpläne wurden aufgegeben, die zum Abriss freigegeben Häuser gerettet und saniert und die Grünflächen erhalten. Bereits aus dieser Zeit stammen die Pläne, den Cheruskerpark zu erweitern und für die graue Rote Insel mehr Grün zu erkämpfen.
Von den damaligen Jungssozialisten ist niemand mehr jung und manch einer kein Sozialist mehr, aber die SPD Schöneberg hat in den vergangenen 36 Jahren stets am Ziel der Verbesserung der Lebensqualität festgehalten. Dazu zählt nicht nur die Verbesserung der Grünversorgung, aber eben auch diese. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Cheruskerpark in einem komplizierten Vertrag mit der Bahn mittelfristig gesichert. Der Park ist in weiten Teilen immer noch Flächenreserve für eine geplante S-Bahn-Linie 21. Der südliche und der mittlere Teil sind seit 2005 saniert worden.
Heute, im Jahre 2009, haben wir eine vermutlich einmalige Chance. Die Gasag hat die Nutzung ihres Geländes aufgegeben und dem Bezirk ist es gelungen, immerhin 7.000 Quadratmeter der Nordspitze altlastensaniert zu erwerben. Über das "Wie" wird zwar gestritten, es ist dennoch die Gelegenheit endlich eine große zusammenhängende Grünfläche zu gewinnen und diese mit dem Cheruskerpark zu einer Einheit zusammen zu fügen.
Eine einmalige Chance ist es auch deshalb, weil es gelungen ist, die Mittel für die Herstellung des Parks aus dem Bundesprogramm "Stadtumbau West" zu gewinnen. Besser noch: Gleichzeitig stehen Mittel bereit, eine Steg-Verbindung über den S-Bahngraben zur Ebersstraße zu finanzieren.
Dies ist für alle, die sich seit Jahren für die Insel einsetzen fast so schön wie es die Eröffnung des S-Bahnhofs Julius-Leber-Brücke war.
Die Konzeption des Parks wurde allen Interessierten am 25. März 2009 in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung vorgestellt und stieß bis auf einige Anmerkungen im Detail auf breite Zustimmung.
Zu den wesentlichen Zielen gehört es, für die eng bebaute Insel eine große grüne Aufenthaltsfläche zu schaffen, die entlang des Bahndamms um Spiel-und Sportangebote ergänzt wird (siehe Plan in anliegender Datei).
Dies deckt sich vollständig mit den Zielen der Abteilung Schöneberg für einen solchen Park.
Wir wollen einen Park, der kein bloßer Schmuckpark ist, sondern Freiraum zur Bewegung und Erholung bietet.
Wir wollen einen Park, der sich trotz der knappen Kassen durch das Grünflächenamt regelmäßig gepflegt und gesäubert werden kann.
Wir wollen einen Park, in den man sich auch nach Einbruch der Dunkelheit noch ohne mulmiges Gefühl hineintraut und der nicht gleich durch Vandalismus zerstört wird. Dazu muss der Park transparent sein und keine dunklen Winkel haben.
Nun haben sich, aufgeschreckt durch die vorbereitende Rodung von Buschwerk und einigen Bäumen, einige Anwohner in einer Zettelkampagne und im Internet verärgert gezeigt.
Im Blog "Neues vom Glöckner" ist von "Vandalismus" und "gandenlosem Akt" die Rede. Deutlich besonnener wird auf der Seite der BI Gasometer diskutiert.
Stadtrat Oliver Schworck erläuterte die Baumfällungen in der Sitzung des Auschusses für Grünflächen, Umwelt und Verkehr. Sechs Bäume seien krank gewesen, weitere sechs Bäume bedrohten die Standfestigkeit einer Mauer, ein Baum habe dem Gestaltungskonzept entgegen gestanden, da er auf einem der künftigen Wege stand. Die Rodung der Büsche gehört ebenfalls zum Konzept. Die Büsche würden ersetzt allerdings durch niedrig wachsende Pflanzen.
Die Rodungen sind zwar nicht schön, aber sie dienen dem Ziel, dass die Insel nach Fertigstellung des Parks deutlich an Lebensqualität gewonnen haben wird.






